Spätsommerprojekt 2013: der Malerweg

Wie gut, daß wir am Sonntag im Albertinum in Dresden waren. Mehr oder minder zufällig sind wir dort in diesem herrlichen Kunstmuseum auf einen Saal mit den deutschen Romantikern gestoßen – allen voran natürlich Caspar David Friedrich, die „Lichtgestalt“ (in des Wortes doppelter Bedeutung) dieser Kunstepoche. Denn erstens hebt er sich heute noch aus der Schar der Künstler des beginnenden 19. Jahrhunderts hervor, und zweitens spielt das Licht (und sein Dialog mit Dunkel und Schatten) in seinen Gemälden eine herausragende Rolle. Sein „Tetschener Altar“ zum Beispiel hat mir regelrecht das Herz gerührt.

Die Museumsvisite in Elb-Florenz war somit quasi die ideale Ouvertüre für unser Spätsommer-Projekt 2013.

Im Auftrag des Tourismusverbandes Sächsische Schweiz soll ich den „Malerweg“ testen und darüber auf dem Web-Portal www.pure-wanderlust.de berichten.

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So ist der Malerweg durch die Sächsische Schweiz ausgeschildert.

Ehrlich gesagt: Als ich den Namen dieses Fernwanderwegs, der über 115 Kilometer in acht Etappen durch die Sächsische Schweiz zieht, zum ersten Mal gehört habe, dachte ich „Typisch neumodische Marketing-Idee“. An den Haaren herbeigezogen…

Aber schon am ersten Tag, dem 27. August 2013, musste ich mich eines anderen, besseren belehren lassen: Der Name ist nämlich schon fast 200 Jahre alt. Und stammt aus der Zeit, als dieses idyllische Fleckchen Erde für den Tourismus entdeckt und von den Malern jener Zeit (allen voran dem Schweizer Adrian Zingg aus St. Gallen) in ganz Europa bekannt gemacht wurde.

Und wenn man die kleinen Ortschaften verlassen hat und sich ganz von der herrlichen Natur umhüllen lässt, dann scheinen die Uhren stillgestanden zu haben. Dann taucht man in eine Romantik ein, die zeitlos ist. Oder besser gesagt zu sein scheint. Denn in Wahrheit ist diese fantastische Sandstein-Welt dem Untergang preisgegeben. Nicht blitzartig. Aber schleichend. Tag für Tag. Monat für Monat. Jahr für Jahr. Jahrhundert für Jahrhundert. Jahrtausend für Jahrtausend.

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Unvergleichlich schön ist die Sandstein-Welt der Sächsischen Schweiz (hier bei der Bastei).

Was uns begeistert, zuweilen gar den Atem raubt, ist die Momentaufnahme eines Zerfallsprozesses, der vor urdenklicher Zeit begonnen hat und nicht zu stoppen ist. Nicht mehr als ein Schnappschuss. In einigen Hunderttausend, vielleicht Millionen Jahren wird nichts mehr von dieser Landschaft, wie wie sie heute kennen, schätzen und lieben, vorhanden sein. Dann haben Wind, Wetter und Wasser den Sandstein besiegt.

Aber das soll uns jetzt nicht stören. Los geht’s! Machen wir uns auf den Malerweg! Zwar nur vier Tage (mehr können wir uns nicht gönnen). Aber immerhin.

Und daher unterbrechen wir heute mal das Tagebuch von der GTA 2013 (keine Angst, demnächst geht es weiter!). Statt Piemont ist nun Sachsen angesagt. Viel Spaß beim Lesen und Gedanklich-Mit-Wandern!

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