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Via Pensionista (17): Rifugio Malga Conseria – Rifugio Cauriol

Kommando zurück! So heißt es am nächsten Morgen. Aber dass stört uns nicht sehr. Zwar müssen wir auf der Strecke, die mir der hochkompetente Bergführer Alessandro Beber für meine Via Pensionista durch die Lagorai empfohlen hat, vom Rifugio Malga Conseria bmehr als eine Stunde den Weg zurück über den Passo Cinque Croci zur Alpe Cion.

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Auf dem Passo Cinque Croci (Fünf-Kreuze-Pass)…
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… verabschiedet sich Christine von ihren Freunden.

Aber wir freuen uns schon auf diese herrliche Landschaft und sind gespannt, was wir denn heute so Neues entdecken.

Zunächst geht es einmal bergab. Die Hüttenwirtin von der Malga Conseria hat schon recht: der Weg ist sehr schwer zu finden, weil die Markierungen miserabel und zudem hier nur wenige Wanderer unterwegs sind. Aber gerade das ist ja das Schöne an einer Tour durch die Lagorai. Wir genießen die herrliche Landschaft und erfreuen uns auch an der Schönheit des Verfalls.

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Ja, so etwas kann es tatsächlich auch geben. Zum Beispiel in Form einer verfallenen Almhütte, aus der ein Strauch mit roten Beeren rankt und hinter der sich der Blick in die Weite der Wiesen öffnet.

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Kurz dahinter stoße ich auf ein schlichtes Holzkreuz. „Zur Erinnerung und Dankbarkeit“ steht auf Italienisch dort geschrieben, und irgendwie zieht mich das magisch an. Ich setze mich auf ein Holzbänkle daneben, genieße die Sonne und das Geräusch der mich umschwirrenden Bienen.

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Und plötzlich bin ich ganz bei mir und in mir. Kann die Stelle regelrecht körperlich spüren, fühle mich ganz daheim in dieser Landschaft und in mir selbst auch. Das sind die Momente, die einem nur eine Wanderung durch die Berge schenken kann. Das ist zumindest meine Meinung.

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Wo wir heute rasten, tobte vor 100 Jahren der Erste Weltkrieg.

Und in der Tat sind wir ja auf dem Friedensweg unterwegs. Daß es da nicht nur um meinen inneren Frieden geht, spüre ich schon etwa eine halbe Stunde später auf dem knapp 2000 Meter hohen Passt Cupola: Das erste im Vorjahr aufgestellte Kreuz wird vom Stacheldraht umwunden, der vor hundert Jahren vom Ersten Weltkrieg sich diese herrliche und damals wie heute zutiefst einsame Gegend durchzog und durchtrennte.

Es ist Mittag, und wir packen die Jause aus. Nach ein paar Minuten kommen tatsächlich doch noch zwei Leute über die Passhöhe: Vater und Sohn auf der Pilzsuche. Pfifferlinge haben sie ausreichend gefunden, aber mit Steinpilzen hapert es heuer, sagen sie. Zu trocken, das Jahr 2017. Im Prinzip sei dies aber hier eine tolle Pilz-Gegend. Die beiden haben übrigens einer Fabrik, die Mehltüten für Getreidemühlen herstellt. Sie liefern auch in schwäbische Lande. So klein ist die Welt.

So nett die Unterhaltung war: Wir müssen jetzt weiter. Denn die Etappen auf dem Translagorai (wie die Weitwanderung durch dieses Gebirge genannt wird) sind nicht gerade kurz. Die Übernachtungsmöglichlkeiten liegen weit auseinander.

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Der Weg zum Passo Sadole kostet viel Kraft.

Und wir müssen auch noch hoch zum Passo Sadole. Der ist im Prinzip mit 2066 Höhenmetern gar nicht so wild, aber die lange Strecke fordert eben doch ihren Tribut: Christine kämpft mit Unterzucker, jetzt gegen Abend pfeift noch ein kalter Wind übers Joch, und so suchen und finden wir Unterschlupf in der Ruine einer (vermutlich österreichischen) Militärstellung aus dem Ersten Weltkrieg. Selbst Arco ist erschöpft und bettet sein Haupt auf einen Stein in der einstigen Soldatenstube.

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Auch ein Vierbeiner muß sich mal erholen.

Ja, der Krieg begleitet einen hier auf Schritt und Tritt. Ein Wegweiser macht darauf aufmerksam,. wo einst der Österreicher-Pfad zur Front verlief. Wir profitieren nun von der Wegebaukunst der Tiefgbauingenieure von damals. Ich preise die Segnungen der Erfindung der Serpentinen, über die wir zwar langsam, aber doch bequem über 450 Höhenmeter Gefälle drunten auf der Pian delle Maddalene und bei der Cauriol-Hütte ankommen.

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Unser Ziel für heute: die Cauriol-Hütte.

Irgendwie passt das Quartier zu dieser militärisch geprägten Etappe: An der Decke und an den Wänden des Speiseraums hängen Fundstücke aus dem Ersten Weltkrieg, vom Essgeschirr bis zur Handgranate (für manche sicher befremdlich, für uns aber passend und informativ, weil das eben zur Geschichte der Region gehört).

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Makabre, aber eindrucksvolle Dekoration: Fundstücke aus dem Ersten Weltkrieg.

Es gibt nur einen einzigen Schlafraum (den wir uns gottseidank nur mit zwei jungen Frauen aus dem Trentino teilen müssen, die einen  Gewaltmarsch vom Manghen-Pass – !!! – hinter sich haben), und der hat kein Fenster. Hinein- und hinaussteigen muß man über eine etwa 30 Zentimeter hohe Schwelle, die nicht gerade zum Komfort beiträgt, wenn man nachts aufs Klo muß (ebensowenig wie die schmale Wendeltreppe aus Metall).

Aber was soll’s?!: Das Essen ist gut, und wir sind beide erledigt genug, um allen Widrigkeiten zum Trotz auch gut zu schlafen.

Gegangen am 18. August 2017

Geschrieben am 6. September 2017

Start: 9 Uhr

Ankunft: 18.30 Uhr

Höhenunterschied: 400 Meter auf, 800 Meter ab

Übernachtung: Rifugio Cauriol; traditionsreiche Hütte, gute regionale Küche (Minestrone war laut Christine allerdings suboptimal); aber sehr einfache Schlafräume; sehr informative Ausstellungsstücke zu den Kämpfen am Monte Cauriol während des Ersten Weltkriegs; baitamontecauriol.it; Alternative: die gegenüber liegende Alm Malga Sadole (Übernachtung gratis, aber nur im Militärzelt; Frühstück aber prima).

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Informationen über das Wandern in den Lagorai unter www.visitvalsugana.it

Informationen zur Region gibt es unter gibt es unter https://www.visittrentino.info/de

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Via Pensionista (16): Bivacco al Mangheneto – Rifugio Malga Conseria

Einen Vorteil hat eine miese Nacht: Man kommt auch früh wieder los. Und so haken wir die Unbequemlichkeiten einfach ab. Los geht’s!

Gefrühstückt haben wir nichts. Aber das ist auch nicht weiter schlimm. Schon nach 50 Minuten erreichen wir das erste Zwischenziel: die Manghen-Hütte, von der ich in meiner Unbedarftheit beim schnellen Blick auf die Karte ursprünglich gedacht hatte, wir könnten dort übernachten. Gottseidank hat mich Lorenzo, der Wirt vom Rifugio Sette Selle, am Morgen davor aufgeklärt, daß dem keineswegs so ist.

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Auf der Manghen-Hütte gönnen wir uns ein gutes Frühstück.

Aber wenigstens  hat die Manghen-Hütte früh genug geöffnet, um dort ein Frühstück genießen zu können. Zum überraschend guten Café Latte (respektive Latte Macchiato) lasse ich mir einem Apfelstrudel schmecken (mir fällt auf, das ich davon auf meiner Via Pensionista sehr viel esse, nachdem ich diesem Gebäck ansonsten eher abhold bin), Christine schüttet ihre Haferflocken in die warme Milch.

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Beeindruckendes Naturdenkmal: „der Ewige“ steht unerschütterlich.

Auf jeden Fall sind wir gut gestärkt für den Weiterweg auf der herrlichen Route, die mir der hoch kompetente Bergführer Alessandro Beber vorschlagen hat. Schon nach einer guten Viertelstunde, noch vor dem Lago delle Buse, fasziniert mich ein Naturdenkmal: ein alter Baum, der seine Nadel komplett verloren hat. Aber seine Wurzeln, die er im Laufe der Jahrhunderte um einen mächtigen Felsblock gewunden hat, halten ihn dennoch fest. Stramm steht er da, unerschütterlich, sturmgeprüft, obwohl er aus menschlicher Sicht so etwas wie ein  Glatzkopf ist, wirft ihn so schnell nichts um. Ein schönes Bild, das mir die Natur da vor Augen gestellt hat. „L’Eterno“ („Der Ewige“) haben ihn die Einheimischen getauft. Und den Namen verdient er auch.

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Romantische Spiegelungen in den klaren Teichen des Lagorai – hier im Lago delle Buse.

Es ist wieder mal ein herrlicher Tag, wir können uns nicht satt sehen an diesem für uns so unbekannten Gebirge, das sich im Lago delle Buse (und vielen anderen mal größeren, mal kleineren) Teichen widerspiegelt, ein verrottender Baumstamm in den Moorwiesen kommt einem vor, als habe sich ein Krokodil dorthin verirrt.

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Ein Krokodil in den Moorwiesen? Nein, nur vermodernder Baumstamm.

Die Zeit verrinnt wie im Fluge. Besser gesagt: Wir merken gar nicht, wie sie auf der Translagorai, wie dieser Wanderweg heißt, vergeht. Ob sie still steht, verschwindet oder gar nicht existiert – wer kann dies in einer solchen Natur, in einer solchen Stimmung denn schon sagen? Und es spielt letztlich ja auch gar keine Rolle.

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Auf der Forcella di Valsorda pfeift der Wind kalt.

Erst lang nach Mittag meldet sich an der Forcella di Valsorda meldet sich auf 2256 Meter der Hunger. Und der kühle Wind, der uns bei der Jause umweht, macht uns so richtig bewusst, daß es schon relativ spät ist und noch ein gehöriges Stück Weges vor uns liegt.

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Vor dem letzten Wegstück auf dem Passo Val Cion  nochmal die Seele baumeln lassen.

Aber das ist gottseidank nicht allzu schwierig. Erst müssen wir zu den unteren Buse-Seen (hier heißt irgendwie alles Buse), dann wieder leicht hinauf zum Passo Val Cion (2076 Meter). Aber alles hält sich in Grenzen, nicht weiter schlimm. Und wir bewundern, wie drunten an den Hängen des Ornelle-Tales zwei Boarder-Collies ihre Kühe mit spielerischer Leichtigkeit hinüber zur Valsorda-Alm treiben (und der Hirt tut es ihnen federnden Schrittes gleich). Ich nehme mir trotz relativ später Stunde die Zeit zum Genießen. Lege mich hin, stelle die Beine auf und lasse die Seele baumeln.

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Vom Fünf-Kreuze-Pass ist es nicht mehr weit bis zum Ziel.

Der Forstweg hinüber zum Passo Cinque Croci (Fünf-Kreuze-Pass) bereitet nicht die geringsten Schwierigkeiten. Und hier erleben wir das zweite Schäfer-Schauspiel: Diesmal werden Schafe in Windeseile so um die 200 Höhenmeter fast vom Gipfel des Col di San Giovanni hinunter zu den Fünf Kreuzen (auf 2018 Metern) getrieben. Kaum zu glauben, wie schnell das gehen kann.

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An der Malga Conseria starben im Ersten Weltkrieg viele junge Leute: Auf dem Soldatenfriedhof wehen nun die italienische und die österreichische Fahne.

In der herrlichen Abendstimmung steigen wir hinab zur Rifugio Malga Conseria auf 1848 Metern. Unsere Euphorie wird kurz vor unserem Nachtquartier etwas gebremst: Ein Soldatenfriedhof erinnert daran, daß vor hundert Jahren hier auch Menschen zuhauf starben. Die Italiener wollten den Fünf-Kreuze-Pass stürmen, die Österreicher verhinderten dies (ebenfalls unter schweren Verlusten). Es gab keinen „Sieger“. Wie gut, daß jetzt über den Holzgräbern auf dem kleinen Soldatenfriedhof bei Flaggen gemeinsam wehen…

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Das Rifugio Malga Conseria überrascht uns sehr angenehm: Erst vor kurzem wurde die einstige Almhütte umgebaut. Die Wirtsleute sind sehr freundlich, Frau Wirtin kocht hervorragend (zum Beispiel eine ganz frische Zucchinicremesuppe), Anna, die sich als Bedienung ein paar Kreuzerle für ihre große Reise hinzuverdient, die sie nach dem Abi machen möchte, übt mit uns Deutsch-Sprechen (und kann das besser, als sie selbst meint), wir schlafen prima – und selbst die Hunde verstehen sich prima (die Selbst-Bezeichnung „dogfriendly“ trifft hier tatsächlich zu) und teilen sich eine Wasserschüssel.

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Gemeinsam schmeckt es einfach.

Gemütlich und zufrieden mit der eigenen Leistung klingt der Tag aus. Wanderer-Herz – was begehrst Du mehr?

Gegangen am 17. August 2017

Geschrieben am 4. September 2017

Start: 7.30 Uhr

Ankunft: 17.30 Uhr

Höhenmeter: 440 Meter auf, 660 Meter ab

Übernachtung: Rifugio Malga Conseria; vor kurzem renoviert; sehr schöne Zimmer; freundliche Wirtsleute; gute regionale Küche; www.rifugioconseria.it; Informationen über das Wandern in den Lagorai unter www.visitvalsugana.it

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Informationen zur Region gibt es unter gibt es unter https://www.visittrentino.info/de

Via Pensionista (15): Rifugio Sette Selle – Bivacco al Mangheneto

Die Nacht im Massenlager war überdurchschnittlich gut. Wir fühlen uns erholt und gestärkt für unsere erste „richtige“ Etappe auf unserer Lagorai-Durchquerung. „Translagorai“ heißt die Tour, die in Deutschland wohl nicht allzu viele kennen dürften. Für Alessandro Beber, den Bergführer, den mir Cristina Eberle vom Tourismusverband Val Sugana empfohlen und als Ratgeber vermittelt hat, zählt sie zu „den schönsten Treks dieser Welt“. Und das, obwohl er schon Touren in Nepal und Peru geführt hat.

Warum das? „Geh halt und schau selbst!“, sagt er nur. Und da sind wir natürlich gespannt.

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Die essen Wolken am Himmel über den Lagorai beunruhigen uns nicht hat allzu sehr.

Auf jeden Fall geht es höchst angenehm los. Eine erträgliche Steigung, und wir müssen nicht auf den Gipfel des Schrirbler, sondern können kurz darunter zum Außertoljoch queren, auch der höchste Punkt des Kunken bleibt uns erspart, dafür bietet sich uns schon jetzt nach allen Richtungen ein fantastischer Blick. Die paar Wolken am Himmel stören uns nicht.

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Auch Mitte August blüht es noch in den Lagorai: hier die Knäuel-Glockenblume.

Am Sattelenjoch (Passo Cagnon de Sopra) müssen wir dann das altdeutsche Sprachgebiet des Fersentals verlassen. Wir treffen eine junge Trentinerin mit ihrem Hund. „Ich bin wohl das letzte Mal mit Turcho hier“, sagt sie bedauernd: „Er ist blind.“ Wir staunen, wie er dennoch treu und sicher neben und hinter seinem Fraule hertrottet. Er läuft nach Geruch. „Und er kennt die Gegend“, erklärt sie. Trotzdem ist es für mich wie ein Wunder, mit welcher Sicherheit er das packt.

Wir reden auch übers Wetter. „Die Wolken da gefallen mir nicht“, meint die einheimische junge Dame: „Heute regnet es nicht. Aber ich glaube, morgen.“

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Eine unendliche Bergwelt wartet noch auf uns.

Manchmal kann es bis morgen nur zehn Minuten sein. Dann nämlich müssen wir mitten am Hang in einer Blitzaktion unsere Regensachen auspacken, vom ersten Tropfen bis zum Dauerguß dauert es keine Minute.Wir kauern uns zuerst in einer Militärstellung aus dem Ersten Weltkrieg nieder. Aber mir Neu-Rentner geht das schon nach Minuten gewaltig in die Knie. Also: raus aus der Hocke, rein in den Regen!

Bei einem solchen Sauwetter können Minuten zu Stunden werden. Der Regen setzt das Zeitgefühl außer Kraft, auch die Orientierung läßt nach. Manchmal zweifle ich, auf dem rechten (respektive richtigen) Weg zu sein. In einer Regenpause essen wir was. Und wieder ist es Zeit zum Staunen: Es ist schon fantastisch, wie schon Sekunden nach dem letzten Tropfen die Schmetterlinge wieder munter durch die Luft schwirren! Wo die wohl Schutz gesucht und gefunden haben?!

So gegen 15.30 Uhr haben auch wir Schutz gefunden. Wenn auch keinen Komfort. Wo auf der Karte das Bivacco al Mangheneto verzeichnet ist, stehen zwar gleich zwei Hütten. Aber beide sind außen hui, aber drinnen eher hui-minus. Sicher, man hat ein Dach über dem Kopf, und das ist gut. Aber es gibt keine Matratzen, keine Decken.

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Unübertrefflich: Christine, die Wäschetrocken-Meisterin.

Dafür aber Hinweise, man solle mit dem Holz sparsam umgehen. Würde ich ja gerne, wenn denn eins da wäre! So aber muß ich erst mal den (mehr oder minder) lustigen Holzhackerbua spielen, um mit den Resten irgendwelcher Pressspannplatten, die wir draußen vor der Tür gefunden haben, Christine bei ihrer tapferen Wäschetrocken-Aktion zu unterstützen. Trotz Schutzhaut ist der Regen eben doch in den Rucksack vorgedrungen, und wir lernen: Innendrin eben doch nochmal alles in Plastik verpacken!

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Der Schornstein raucht: Meine Aktion als lustiger Holzhackerbua war erfolgreich.

Das Abendessen ist eher kalt, aber immer noch findet sich in einem der Biwaks eine noch nicht leere Flasche Grappa alla Ruta, von deren Inhalt man etwas in den dünnen Tee gießen kann.

Und wir spüren, daß man doch auch auf harter Unterlage einigermaßen schlafen kann, wenn man erschöpft genug ist.

Gegangen am 16. August 2017

Geschrieben am 22. August 2017

Start: 8.30 Uhr

Ziel: 16.30 Uhr

Höhenunterschied: 400 Meter auf und ab

Übernachtung im Bivacco Mangheneto; sehr schlecht, aber für Normalwanderer die einzige Möglichkeit; Informationen über das Wandern in den Lagorai unter www.visitvalsugana.it

Informationen zur Region gibt es unter gibt es unter https://www.visittrentino.info/de